Zeitschaltuhr Steckdose: mechanisch, digital oder smart – 4 Modelle im Vergleich

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Zeitschaltuhr Steckdose: mechanisch, digital oder smart – 4 Modelle im Vergleich
Unser Fazit:

Mechanisch, digital oder smart: vier Zeitschaltuhren für die Steckdose mit Datenblattwerten zu Last, Schutzart, Gangreserve und Eigenverbrauch – plus Rechnung, wann sich die Uhr lohnt.

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Eine Zeitschaltuhr für die Steckdose lohnt sich vor allem dort, wo ein Gerät jeden Tag zur gleichen Zeit an- und ausgehen soll: Lichterkette, Aquarienlicht, Anwesenheitssimulation. Die mechanischen Modelle in diesem Vergleich schalten im 15-Minuten-Raster, digitale minutengenau, smarte Stecker zusätzlich nach Sonnenauf- und -untergang. Welche Bauart passt, hängt weniger vom Komfort ab als von drei Datenblattwerten: maximale Last, Schutzart und Eigenverbrauch.

Ehrlich vorweg: Wir haben diese Geräte nicht selbst getestet. Der Vergleich stützt sich auf Herstellerdatenblätter, Bedienungsanleitungen und Herstellerdokumentationen – die Quellen sind verlinkt. Wo ein Hersteller einen Wert nicht nennt, steht das so in der Tabelle.

Zeitschaltuhr Steckdose: die vier Modelle im Überblick

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ModellBauartGut fürMax. LastKleinstes IntervallSchutzartEigenverbrauch
Theben timer 26mechanisch, TagesprogrammLampen innen, simple Tagesrhythmen16 A (cos φ = 1), 3500 W Glühlampen, 400 W LED15 minIP 20ca. 0,8 W
Brennenstuhl MMZ 44mechanisch, TagesprogrammBalkon, Terrasse, Garten16 A15 minIP44keine Herstellerangabe
Brennenstuhl Comfort-Line digitaldigital, WochenprogrammWerktag/Wochenende, Urlaub16 A1 minIP20keine Herstellerangabe
Shelly Plug S Gen3 (Doppelpack)smart (WLAN, Matter)Sonnenzeiten, App, Verbrauchsmessung12 A, 2500 W (nur ohmsche Last)Zeitplan per Uhrzeit, keine Angabe zum Rasterkeine Angabe, Betrieb −20 bis 40 °C< 1 W

Quellen: Theben, Produktseite timer 26 (0260030), Brennenstuhl, MMZ 44 IP44 (1506170), Brennenstuhl, Comfort-Line Digitale Wochenzeitschaltuhr (1506320), Shelly Knowledge Base, Plug S MTR Gen3. Alle Werte sind Herstellerangaben, abgerufen am 02.11.2026.

Worauf es beim Kauf ankommt

Maximale Last: Ampere zählen, nicht nur Watt

Die Amperezahl allein sagt wenig über die Art der Last. Theben schreibt das offen hin: 16 A bei cos φ = 1, aber nur 4 A bei cos φ = 0,6. Für LED-Lampen nennt Theben eine eigene Grenze von 400 W, bei Lampen unter 2 W sogar nur 40 W. Wer viele LED-Lichterketten an eine Uhr hängt, sollte genau diese Zeile lesen, nicht die 16 A.

Beim Shelly Plug S Gen3 liegt die Grenze laut Hersteller bei 12 A und 2500 W, ausdrücklich „resistive load only“. Rechnerisch ergäben 12 A an 230 V zwar 2760 W, freigegeben sind aber 2500 W – maßgeblich ist der niedrigere Wert.

Mechanisch, digital oder smart

Mechanische Uhren arbeiten mit Schaltsegmenten auf einem Drehring. Theben und Brennenstuhl nennen beide 96 Segmente am Tag, also 15 Minuten je Segment. Programmieren heißt: Reiter herunterdrücken. Das ist robust und sofort verständlich, kennt aber keinen Wochentag.

Digitale Uhren wie die Comfort-Line schalten laut Brennenstuhl minutengenau, mit 10 Ein/Aus-Programmen je Wochentag, Countdown und Zufallsfunktion. Smarte Stecker wie der Shelly verwalten laut Shelly-API-Dokumentation bis zu 20 Zeitpläne und können zu Sonnenaufgang oder -untergang schalten, wenn der Standort hinterlegt ist.

Gangreserve und Uhrzeit nach Stromausfall

Der Theben timer 26 läuft laut Hersteller netzsynchron und ohne Gangreserve. Was das bei einem Stromausfall heißt, schreibt Theben nicht ausdrücklich. Ohne Gangreserve ist aber zu erwarten, dass die Uhr während des Ausfalls stehen bleibt und danach um diese Zeit nachgeht – nach einem Ausfall also die Uhrzeit am Drehring kontrollieren. Die Comfort-Line hat einen NiMH-Akku und speichert ihre Daten bei Stromausfall; wie lange der Akku überbrückt, nennt Brennenstuhl nicht. Zur MMZ 44 gibt es keine Angabe.

Beim Shelly kommt die Uhrzeit aus dem Netz: Laut API-Dokumentation bleibt die Gerätezeit leer, solange sie nicht über einen NTP-Server synchronisiert ist. Ohne WLAN mit Internetzugang fehlt also die Basis für Zeitpläne. Für die Gartenhütte ohne Netz ist das ein klares Ausschlusskriterium.

Schutzart: IP44 für draußen

IP20 heißt: nur für trockene Innenräume. Für Balkon, Terrasse oder die Außensteckdose am Carport braucht die Uhr mindestens IP44 (spritzwassergeschützt). Im Vergleich erfüllt das nur die Brennenstuhl MMZ 44, die zusätzlich eine durchsichtige Klappe über dem Drehring hat. Für den Shelly Plug S Gen3 nennt die Knowledge Base keine Schutzart, für draußen ist er damit nicht ausgewiesen. Als Außenvariante gibt es den Outdoor Plug S Gen3, laut Händlerangabe (Amazon-Titel) mit IP44.

Heizlüfter und Boiler: erst die Anleitung des Geräts lesen

Ein Heizlüfter mit 2000 W zieht an 230 V rund 8,7 A. Das liegt unter den Grenzen aller vier Modelle.

Trotzdem ist die Zeitschaltuhr hier oft die falsche Idee, und das sagt nicht der Uhrenhersteller, sondern der Heizgerätehersteller. In der Bedienungsanleitung eines De'Longhi-Elektroheizgeräts steht wörtlich: „ACHTUNG: um Risiken im Zusammenhang mit unabsichtlicher Rücksetzung des Sicherheitssystems zu vermeiden,“ dürfe das Gerät nicht über eine externe Zeitschaltuhr betrieben werden. Wer einen Heizlüfter automatisch einschalten will, prüft zuerst diese Stelle.

Fest angeschlossene Boiler und Durchlauferhitzer gehören ohnehin nicht an eine Steckdosen-Uhr; eine Zeitsteuerung im Verteiler gehört in die Hände einer Elektrofachkraft.

Rechnung: Was kostet der Eigenverbrauch, was spart die Uhr?

Eine Zeitschaltuhr verbraucht selbst Strom, rund um die Uhr. Grundlage der Rechnung ist der durchschnittliche Haushaltsstrompreis 2026 von 37,3 ct/kWh laut BDEW-Strompreisanalyse (Oktober 2026).

  • Theben timer 26, ca. 0,8 W: 0,8 W × 8760 h = 7,0 kWh im Jahr, also etwa 2,61 Euro.
  • Shelly Plug S Gen3, unter 1 W: höchstens 1 W × 8760 h = 8,76 kWh, also bis 3,27 Euro im Jahr. Der echte Wert liegt darunter, Shelly nennt nur die Obergrenze.
  • Brennenstuhl MMZ 44 und Comfort-Line: keine Herstellerangabe, daher keine Rechnung.

Lohnt sich das? Ein Beispiel mit einer Annahme: eine Lichterkette mit 30 W, sechs Wochen (42 Tage) Weihnachtszeit. Läuft sie durch, sind das 30 W × 24 h × 42 = 30,2 kWh. Schaltet die Uhr sie auf 6 Stunden am Tag, bleiben 7,6 kWh.

Die Ersparnis von 22,7 kWh entspricht rund 8,46 Euro. Die Uhr selbst verbraucht in diesen 42 Tagen bei 0,8 W etwa 0,8 kWh, rund 0,30 Euro. Wer die Uhr nach der Saison aus der Steckdose zieht, zahlt den Eigenverbrauch nur für diese Wochen.

Anders sieht es aus, wenn die Uhr ganzjährig vor einem Gerät steckt, das ohnehin wenig braucht. Dann zehrt der Eigenverbrauch einen spürbaren Teil der Ersparnis auf. Rechne in dem Fall kurz nach: Leistung des Geräts mal eingesparte Stunden gegen den Eigenverbrauch der Uhr mal 8760 Stunden.

Die Modelle im Einzelnen

Theben timer 26: der mechanische Klassiker mit offenem Datenblatt

Theben ist der einzige Hersteller im Vergleich, der Eigenverbrauch, LED-Grenze und Schaltleistung bei induktiver Last gemeinsam angibt. Laut Produktseite: Tagesprogramm, 96 Schaltsegmente, kleinster Schaltabstand 15 Minuten, 16 A bei cos φ = 1, 3500 W Glühlampen-/Halogenlast, 400 W LED, Stand-by-Leistung etwa 0,8 W, IP 20, Schutzklasse II nach EN 60 730-1.

Grenzen: keine Gangreserve, kein Wochenprogramm, nur für innen. Mit erhöhtem Berührungsschutz führt Theben die Variante safety-plus (0260833), eine IP44-Ausführung gibt es als 0260855. Bei Amazon gibt es den timer 26 derzeit nur über einen kleinen Drittanbieter, deshalb verlinken wir ihn nicht. Er ist hier als Vergleichsmaßstab drin, weil sein Datenblatt am vollständigsten ist.

Für wen: Stehlampe oder Aquarienlicht im Wohnzimmer, wenn jeden Tag derselbe Rhythmus reicht.

Brennenstuhl MMZ 44: mechanisch für draußen

Die MMZ 44 ist laut Brennenstuhl eine Tages-Zeitschaltuhr mit 24-Stunden-Programm, 96 Schaltzeiten am Tag (15 Minuten), 16 A Nennstrom bei 230 V, IP44 und erhöhtem Berührungsschutz. Eine transparente Schutzkappe deckt den Drehring ab. Abmessungen laut Hersteller: 8,1 × 6,2 × 11,8 cm.

Grenzen: Brennenstuhl nennt weder Eigenverbrauch noch Gangreserve noch eine LED-Grenze. Wer viele LED-Lichterketten anschließt, hat also keinen Herstellerwert zur Orientierung.

Für wen: Weihnachtsbeleuchtung am Balkon, Gartenbeleuchtung, alles an der Außensteckdose.

Brennenstuhl Comfort-Line digital: Wochenprogramm ohne App

Die digitale Wochenzeitschaltuhr (1506320) bietet laut Hersteller 10 Ein/Aus-Programme nach Wochentag, Stunde und Minute, kleinster Schaltabstand 1 Minute, Countdown, Zufallsmodus und manuelles Ein/Aus. Das Display zeigt 12- oder 24-Stunden-Format mit zuschaltbarer Beleuchtung. Ein NiMH-Akku ist eingebaut, die Programmierung bleibt bei Stromausfall erhalten. 16 A, IP20, nur für innen.

Grenzen: Maximale Last in Watt, Stand-by-Verbrauch und Akkulaufzeit stehen als Felder auf der Herstellerseite, aber ohne Werte.

Für wen: Anwesenheitssimulation im Urlaub (Zufallsmodus), unterschiedliche Zeiten an Werktagen und am Wochenende.

Shelly Plug S Gen3: Zeitschaltuhr mit Sonnenzeiten und Messung

Der Shelly ist kein reiner Timer, sondern ein smarter Zwischenstecker, der Zeitpläne lokal speichert. Laut Shelly Knowledge Base: 12 A, 2500 W nur für ohmsche Last, Eigenverbrauch unter 1 W, Leistungs- und Energiemessung, WLAN 802.11 b/g/n, Bluetooth 4.2, Matter, Betriebstemperatur −20 bis 40 °C, Maße 44 × 44 × 70 mm, Übertemperaturschutz.

Die Cloud ist optional, das Gerät hat eine eigene Weboberfläche im Heimnetz. Über einen Countdown kann er vergessene Geräte automatisch abschalten, Shelly nennt als Beispiel eine Stunde.

Grenzen: braucht WLAN mit Zeitserver, kleinste Last der vier Modelle, keine Schutzart für draußen. Bei Amazon gibt es die Gen3 derzeit nur im Mehrfachpack (ab zwei Stück), verlinkt ist der Doppelpack.

Für wen: Licht zum Sonnenuntergang, Steuerung per App oder Sprachassistent, und wer wissen will, was das Gerät dahinter verbraucht. Jens nutzt einen Shelly Plug S selbst an Waschmaschine und Wasserkocher – nachzulesen in Shelly Plug S an der Waschmaschine.

Welches Modell für wen

  • Draußen (Balkon, Garten, Carport): Brennenstuhl MMZ 44 – als einzige mit IP44.
  • Jeden Tag gleich, innen, ohne Technik: Theben timer 26 – mit dem vollständigsten Datenblatt.
  • Werktage anders als Wochenende, Urlaub: Brennenstuhl Comfort-Line – minutengenau, Zufallsmodus, ohne WLAN.
  • Sonnenuntergang, App, Messung: Shelly Plug S Gen3 – sofern WLAN mit Internet am Ort ist.
  • Heizlüfter: zuerst die Anleitung des Heizgeräts prüfen. Verbietet sie externe Zeitschaltuhren, hilft auch keine Uhr mit hoher Amperezahl.

Fazit

Für die meisten Anwendungen innen ist eine digitale Zeitschaltuhr für die Steckdose die vernünftige Mitte: Wochentage, Minutenraster, Zufall für den Urlaub, keine App und kein WLAN. Mechanisch reicht, wenn der Rhythmus jeden Tag gleich ist – und draußen sollte es mindestens IP44 sein. Den Shelly lohnt es sich erst zu nehmen, wenn Sonnenzeiten oder Verbrauchsmessung wirklich gebraucht werden.

Eine LED-Grenze nennt im Vergleich nur Theben; bei den anderen Modellen fehlt dieser Wert. Wie ein smarter Stecker morgens den Wasserkocher startet, zeigt der Artikel Shelly Plug S am Wasserkocher.

Häufige Fragen

Wie viel Strom verbraucht eine Zeitschaltuhr für die Steckdose?

Das hängt vom Modell ab, und viele Hersteller nennen keinen Wert. Theben gibt für den timer 26 etwa 0,8 W an, das sind rund 7 kWh im Jahr. Shelly nennt für den Plug S Gen3 weniger als 1 W. Bei 37,3 ct/kWh ergibt das zwei bis gut drei Euro jährlich, wenn die Uhr dauerhaft steckt.

Darf ich einen Heizlüfter an eine Zeitschaltuhr anschließen?

Elektrisch passt ein 2000-W-Heizlüfter mit rund 8,7 A zu allen vier Modellen. Entscheidend ist aber die Anleitung des Heizgeräts: De'Longhi etwa untersagt in der Anleitung eines Elektroheizgeräts den Betrieb über eine externe Zeitschaltuhr ausdrücklich. Steht das dort, ist die Zeitschaltuhr keine Option, unabhängig von ihrer Amperezahl.

Was passiert bei Stromausfall?

Der mechanische Theben timer 26 hat laut Hersteller keine Gangreserve; zu erwarten ist, dass er danach um die Ausfallzeit nachgeht. Die Uhrzeit also kontrollieren. Die digitale Brennenstuhl Comfort-Line hat einen Akku und behält ihre Programme. Beim Shelly bleibt die Gerätezeit laut Dokumentation leer, bis sie wieder über einen Zeitserver im Internet synchronisiert ist.

Welche Zeitschaltuhr eignet sich für draußen?

Nur eine mit mindestens IP44, also spritzwassergeschützt. Im Vergleich ist das die Brennenstuhl MMZ 44 mit Klappe über dem Drehring. Theben bietet den timer 26 zusätzlich als IP44-Variante (0260855) an. IP20-Modelle gehören nur in trockene Innenräume.

Wie fein kann ich eine mechanische Zeitschaltuhr einstellen?

Bei den beiden mechanischen Modellen im Vergleich in 15-Minuten-Schritten: 96 Segmente verteilen sich auf 24 Stunden. Wer zum Beispiel um 6:40 Uhr schalten will, landet bei 6:30 oder 6:45 Uhr. Digitale Uhren wie die Comfort-Line schalten minutengenau.

Stand: November 2026. Quellen: Produktseiten von Theben (timer 26) und Brennenstuhl (MMZ 44, Comfort-Line), Shelly Knowledge Base und API-Dokumentation, BDEW-Strompreisanalyse Oktober 2026, Bedienungsanleitung eines De'Longhi-Heizgeräts – alle abgerufen am 02.11.2026.

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Über den Autor

Jens Deckardt

„Jens ist leidenschaftlicher Smart-Home-Enthusiast und Experte für Balkon- und Solarkraftwerke. Seit über 10 Jahren testet er Shelly-Komponenten und optimiert die Energieeffizienz in den eigenen vier Wänden. Auf Exofox teilt er seine Praxiserfahrungen ehrlich und unabhängig.“

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